Beiträge

Bienenweidegehölze

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Geschrieben von: Prof. Dr. Günter Pritsch

Foto: Prof. Dr. G. Pritsch

Japanischer Schnurbaum (Sophora japonica)

Blütezeit: Juli - August

 

Bäume und Sträucher bedecken gemeinsam mit den krautartigen Pflanzen einen großen Teil unserer Erde. Durch ihren hohen Wuchs bilden besonders die Bäume eine große Oberfläche, liefern im Rahmen der Assimilation lebensnotwendigen Sauerstoff, binden Kohlenstoffdioxid und filtern schädlichen Feinstaub. Gehölze bieten Lebensraum, Schutz und Nahrung für die Tiere. Sie spenden Schatten und sorgen durch Wasserverdunstung für Kühlung. Sie liefern Früchte sowie Brenn- und Nutzholz. Gehölze prägen das Landschaftsbild. Zur Bereicherung und Erhaltung dieses Naturschatzes müssen sich jede Regierung, jede Kommunalverwaltung und jeder Bürger verantwortlich fühlen.

Auch die Imker schätzen die Nektar und Pollen spendenden, in Wald, Feld, Städten und Gemeinden vielfältig vorhandenen Bäume und Sträucher. Vom zeitigen Frühjahr an blühen in den Gärten zahlreiche Obstgehölze. An Zäunen, Weg- und Waldrändern sind Weiden, Robinien sowie Hecken verschiedenster Arten von Wildobst- und Ziersträuchern anzutreffen. In Städten, Dörfern sowie an Landstraßen bieten Ahornarten und Rosskastanien den Bienen gute Entwicklungstracht. Unübertroffen ist meist die Tracht der Linden, besonders wenn sie in mehreren Arten vorhanden sind und somit über einen längeren Zeitraum blühen. Attraktiv auch in den Augen des Imkers sind oft kommunale Parkanlagen und Schlossparks. Unter den bekannten Nektar- und Pollenspendern finden sich hier häufig weitere Arten wie Götterbaum, Esskastanie, Schnurbaum, Essigbaum und Euodia.

Da der Staat den vielfältigen Nutzen der Gehölze erkannt hat, existiert landesweit eine Baumschutzverordnung. Darüber hinaus hat neben Birkenwerder, Hennigsdorf und Glienicke die Stadt Hohen Neuendorf eine eigene Baumschutzsatzung beschlossen. Fällgenehmigungen werden im Allgemeinen mit Auflagen für Ersatzpflanzung oder –zahlungen verbunden. Trotzdem ist es verständlich, dass Imker sich beklagen, wenn wertvolle Bienenweidegehölze gefällt oder stark gestutzt werden. Sie können solche Maßnahmen zwar meist nicht verhindern, doch sollten sie nicht ruhen, Gemeindevertreter und Abgeordnete auf den Verlust hinzuweisen und mit Unterstützung des Bienenweideobmanns auf Bienenweideverbesserung gerichtete Ersatzpflanzungen fordern.

Der Bürgermeister von Hohen Neuendorf hat für die Imker ein offenes Ohr. Das hat er mit seiner Teilnahme an der 60-Jahrfeier unseres Vereins und mit der auf dem Bahnhofsvorplatz errichteten, persönlich enthüllten Skulptur „Bienentanz“ bewiesen.

 

"Bienentanz" (über  2m hohe Skulptur auf dem Bahnhofsvorplatz Hohen Neuendorf )

geschaffen im Jahr 2009 von Ch.Gersch & I.Jerschov

Fotos: Günter Pritsch