Sträucher nicht zu früh zurückschneiden

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Geschrieben von: Lothar Lierow

Werden Weiden, Haselnuss oder Erlen zu früh gestutzt, ist das für die Bienen fatal. Imker im Land Brandenburg fordern deshalb Gärtner und Gemeindeverwaltungen auf, mit dem Rückschnitt bis nach der Blüte zu warten. Besonders angesichts des drohenden Bienensterbens.

Wie jedes Jahr im zeitigen Frühjahr sind allerorts Gärtner, Gemeindearbeiter und private Gartenbesitzer dabei, Sträucher und Hecken zurück zuschneiden. Oft wird dabei leider vergessen, dass Bienen im zeitigen Frühling auf den Blütenpollen dieser Pflanzen angewiesen sind. Diese erste Pollenversorgung im Jahr ist für die Bienen lebenswichtig. Von zentraler Bedeutung sind hierbei insbesondere Weiden und alle anderen frühblühenden einheimische Gewächse. Werden die Bäume und Sträucher geschnitten, bevor sie blühen konnten, steht den Bienenvölkern diese wichtige Frühjahresnahrung nicht mehr zur Verfügung. Wie in jedem Winter sind durch die gefährliche Varroamilbe und Virenerkrankungen überdurchschnittlich große Verluste an Bienenvölkern zu beklagen. Deshalb muss jetzt besonders darauf geachtet werden, dass die Bienen nicht noch unnötig ihrer wichtigen Trachtpflanzen beraubt werden.

Bienen brauchen zum Überleben zweierlei Nahrung: Zucker in Form von Nektar als Energiespender, sowie Blütenpollen als Spender von Eiweiß. Pollen sind die Hauptnahrung der Brut und deshalb speziell wichtig im zeitigen Frühjahr. Dann müssen die im Winter geschwächten Bienenvölker nämlich eine neue Generation von Bienen für die kommende Saison aufziehen, brauchen also besonders viel Pollen.

Hauptlieferant der Pollen sind in unseren Breitengraden neben Schneeglöckchen und Krokussen die früh blühenden Sträucher  und Bäume wie Hasel , Weiden und Erlen. Die Imker rufen deshalb dringend Gemeinden, Gärtner und private Gartenbesitzer dazu auf, diese Pflanzen erst zu schneiden, nachdem sie geblüht haben. Ökologisch sinnvoll ist es auch, Hecken nicht auf einmal zurück zuschneiden, sondern jeweils nur die Hälfte der Pflanzen, im Folgejahr dann die andere Hälfte. So ist die Tracht für die Bienen garantiert.

Die Brandenburger Imker denken dabei nicht allein an den Honig, den ihre Bienen im Sommer eintragen. Bienen sind wegen ihrer Bestäubungsleistung darüber hinaus  von fundamentaler Bedeutung für unser gesamtes Ökosystem. Ein Drittel aller menschlichen Nahrung (inklusive Fleisch und Milcherzeugnissen) ist abhängig von einer guten Bestäubung der Pflanzen. Die Honigbiene leistet dabei 80 Prozent aller Bestäubungsarbeit. Ein gesunder Bienenbestand ist also im Interesse aller! Wer Weiden und Hasel blühen lässt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Überleben der Bienen.

Im Übrigen gilt diese Regel das ganze Jahr über, immer erst abschneiden oder mähen, wenn die Pflanze verblüht ist. Ob eine bunte Sommerwiese oder der Rasen am Haus mit vereinzelten Gänseblümchen oder Kleepflanzen, die Mischung vieler Blüten ist wie eine gute Apotheke, sie dient der Gesundheit unserer Honigbienen und vergrößert die Artenvielfalt. 

Lothar Lierow

 

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Prof. Dr. Günter Pritsch

Bienenweidefoto des Monats

 

Foto: Prof. Dr. Günter Pritsch

Gewöhnliche Haselnuss
(Corylus avellana)

Eigenschaft : 2 bis 7 m hoch wachsender Strauch

Blütezeit: März - April

Nektarwert: Kein Nektar; Honigtau möglich

Pollenwert: Mittel

 

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-> Das Treffen unserer jungen Imker findet jeden Freitag ab 16.00 Uhr am ehemaligen Grenzturm in Hohen Neuendorf statt. <-


Bienen - Grundlage für unser Leben

- Bienen erhalten die Artenvielfalt vieler Lebensräume -

In jahrmillionenlanger gemeinsamer Entwicklung hat sich eine gegenseitige Abhängigkeit von Pflanzen und Bienen entwickelt: Die Blüten liefern den Bienen Nektar und Pollen als Nahrung. Dafür sichern die Bienen den Pflanzen durch die Bestäubung den Weiterbestand ihrer Art. - Bienen sorgen in der Landwirtschaft für die Erträge Die Bestäubung der Blüten vieler Pflanzen durch die Bienen ist Voraussetzung für die Fruchtbildung und trägt damit zur Ernährung der Tierwelt und letztlich auch des Menschen bei.


- Bienen produzieren-
Honig, Wachs, Propolis und Pollen. Diese Bienenprodukte sind unnachahmliche Naturprodukte, die nur von Bienen hergestellt werden können. Gesundheitsbewusste Menschen schätzen neben Honig den Pollen bzw. das Bienenbrot (der in den Waben gespeicherte Pollenvorrat), Gelée royale (die Substanz, die Königinnen macht) und Propolis (das natürliche Antibiotikum) als die Immunabwehr stärkende Bienenprodukte. Echte Bienenwachskerzen spenden nicht nur ein warmes, angenehmes Licht sondern verbrennen auch ohne Schadstoffentwicklung.


Imkern
- ein faszinierendes Hobby-
Gegenwärtig ist die Bienenhaltung für etwa 84.000 Menschen in Deutschland nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Imkerei ist eine Leidenschaft. Die heutigen Imker halten Bienen aus Interesse an der Natur und an gesunden Lebensmitteln. Durch die zahlreichen kleinen Imkereien, die sich breit gestreut über das Land verteilen, stehen (noch!) überall Honigbienen bereit, die Obstbäume, Beerensträucher sowie landwirtschaftliche Kulturen bestäuben.


Unser Verein
Der Hohen Neuendorfer Imkerverein umfasst derzeit 58 Mitglieder, die ca. 770 Bienenvölker
bewirtschaften. Viele Mitglieder sind bereits im Rentenalter, aber auch aktive Berufs- und Wanderimker zählen zu unseren Reihen. Neueinsteiger jeden Alters sind uns immer herzlich willkommen.
Außer in den Monaten Januar, Juni und  August  treffen wir uns regelmäßig einmal im Monat (siehe unter Termine), um gemeinsam imkerliche Fragen zu erörtern. Dabei profitieren wir selbstverständlich auch von der Nähe zum Länderinstitut für Bienenkunde (LIB). Einerseits sind Mitarbeiter des Instituts Mitglied in unserem Verein, andererseits werden von Zeit zu Zeit von Mitarbeitern des Instituts Vorträge über bienenwissenschaftliche Erkenntnisse auf unseren Versammlungen gehalten. Unser Verein ist Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Länderinstituts für Bienenkunde (GFLIB).

Ziel des GFLIB ist vor allem die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse des LIB durch Vortragsveranstaltungen. 
Die GFLIB bewertet ihre ideelle Bedeutung höher als die materielle Unterstützung ihres Instituts. Sie organisiert Veranstaltungen mit Vermittlung wissenschaftlicher und praxisorientierter Erkenntnisse und wirkt bei der Öffentlichkeitsarbeit des LIB mit. Die Höhe des Beitrags wird von jedem Mitglied selbst festgelegt.

1. Vorsitzender der GFLIB ist Dr. Heinz Dolzmann aus Jena, früher Vorsitzender des Landesverbandes Thüringer Imker,2. Vorsitzender ist Herr Jürgen Hans, 1. Vorsitzender des Imkerverbandes Berlin, Schatzmeister ist Frau Christine Meinhardt, Vorsitzende des Imkerverein Hohen Neuendorf, Schriftführer ist unser Vereinsmitglied Prof. Dr. Günter Pritsch, Ehrenmitglied des Landesverbandes Brandenburgischer Imker e.V.